KYB Europe: Know-how & Support für Werkstätten

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Der Fahrwerksspezialist KYB Europe hat seinen Vertrieb in den vergangenen Jahren erheblich ausgebaut. Ähnliches gilt für den technischen Service. Freie Werkstatt traf sich mit dem Team des Stoßdämpfer- und Federnherstellers, um nach den Plänen für 2019 zu fragen.

FREIE WERKSTATT: Auf der Coparts-Messe in Göttingen erregte ein XXL-Banner von KYB Aufsehen. War das eine Ansage? Was haben Werkstätten von KYB im laufenden Jahr zu erwarten?

Norbert Schmalfuß, Director Central Europe: Das Banner war zunächst einmal ein Teil unserer aktuellen Werbekampagne. Man kann es aber durchaus als Ansage sehen. Wir wollen und werden weiter wachsen. Als einer der größten Stoßdämpfer-Lieferanten für die Erstausrüstung haben wir dem Aftermarket technologisch alles zu bieten, was er braucht. Doch in einem gesättigten Markt mit starkem Wettbewerb reichen coole Sprüche und hochwertige Produkte nicht aus. Wir wollen näher ran an die Werkstätten, Informationen direkt an den Mann bringen und unterstützen, wo es geht. Deshalb haben wir unser Vertriebsteam weiter ausgebaut: Johannes Holl betreut seit Dezember als Gebietsverkaufsleiter die Kunden in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Und unser Spezialist für Technischen Support und Trainings, Bastian Nardi Bauer, hat Schulungskonzepte entwickelt, mit denen wir Werkstätten notwendiges technisches Know-how vermitteln.

FREIE WERKSTATT: Die ersten Hausmessen stehen an. Damit ergibt sich für Sie die Chance, die Werkstätten von Ihrer Marke zu überzeugen. Was erwartet Werkstätten an Ihrem Stand?

Christina Bauer, Marketing & Sales-Support: Wir informieren und unterhalten. Wer Fragen hat, kann sich jederzeit an unsere Kollegen vom Fach wenden. Gleichzeitig suchen wir den schnellsten Schrauber jeder Hausmesse. Dazu haben wir einen Werkzeugwagen von KS Tools im Gepäck, an dem ein KYB Federbein auseinander- und wieder zusammengebaut werden kann. Die drei schnellsten Teilnehmer erhalten einen Preis. Auf der AutoZum in Österreich wurde bereits vorgelegt: Der Rekord liegt bei 1:13 Minuten. Wir sind gespannt, ob in Deutschland genauso schnell geschraubt wird.

FREIE WERKSTATT: KYB Europe unterstützt Branchenaktivitäten wie die WERKSTATT DES VERTRAUENS. Worin sehen Sie den Nutzen dieser Aktion?

Anton Schmidt, Leiter Marketing & Vertrieb DACH: Der Aftermarket lebt von vielen kleinen bis mittelgroßen Betrieben, meist in Familienhand. Wir unterstützen diese Firmen mit unseren Produkten und unserem technischen Support dabei, ihre Kunden zufriedenzustellen. Aktionen wie WERKSTATT DES VERTRAUENS unterstützen sie ebenfalls, etwa bei ihrem Marketing. Gemeinsam halten wir also die Flagge für den freien Reparaturmarkt hoch.

FREIE WERKSTATT: Was bietet KYB den Werkstätten auf Produktebene? Stehen Innovationen oder OE-Projekte an? Auf der Automechanika haben Sie den carbonverstärkten Kunststoff-Stoßdämpfer vorgestellt, wann wird dieser im Aftermarket sein?

N. Schmalfuß: KYB ist stetig an OE-Projekten beteiligt – aber über laufende Projekte dürften wir natürlich nichts verraten. Der Stoßdämpfer mit Carbonkomponenten befindet sich noch im Prototyp-Stadium – auch hier wird es noch dauern, bis er im Aftermarket ankommt. Doch wie in jedem Jahr wird es 2019 wieder viele neue Angebote für die Werkstatt geben, insbesondere für solche Fahrzeuge, die die Gewährleistung hinter sich haben und nun vermehrt in freien Werkstätten vorstellig werden. Wir haben zudem die ein oder andere interessante Aktion geplant – man darf also gespannt sein.

FREIE WERKSTATT: Wo steht der Fahrwerk-Markt aktuell und welche Trends sehen Sie?

A. Schmidt: Wir beobachten, dass der Aftermarket dem OE-Geschäft folgt: Immer mehr Gasdruck-Stoßdämpfer werden nachgefragt. Das liegt aber weniger an dem Wunsch nach mehr Performance, sondern vielmehr daran, dass die gegenüber klassischen Öldruckdämpfern leistungsfähigere Technologie der Gasdruck-Stoßdämpfer immer häufiger in Serie anzutreffen ist – nicht zuletzt aufgrund des Trends zu größeren und schwereren Fahrzeugen und dem Wunsch der Autofahrer nach mehr Komfort. Grundsätzlich lässt sich außerdem sagen, dass der Service am Fahrwerk komplexer wird. Vermutlich ist das ein Grund, dass unsere Schulungen immer häufiger gebucht werden.

FREIE WERKSTATT: Sollte der Stoßdämpfertest in Werkstätten Ihrer Einschätzung nach zum Pflichtprogramm gehören?

Bastian Nardi Bauer, Technischer Support und Trainings DACH: Er sollte dazu gehören und meiner Erfahrung nach nehmen die allermeisten Werkstätten das Thema Stoßdämpfer und Schraubenfedern ernst. Wir reden hier ja nicht nur über Fahrkomfort, sondern gleichzeitig über sicherheitsrelevante Aspekte, wie Bremsweg, Geradeausfahrt, Kurvenstabilität oder Wankneigung. Das ist vielen Werkstätten bewusst. Im Rahmen von Inspektionen gehört der Stoßdämpfer auf das Prüfprotokoll, soviel ist sicher. Beim Reifenwechsel empfehlen wir außerdem eine Sichtprüfung von Dämpfer und Feder.

FREIE WERKSTATT: Herr Schmidt hat eben die wachsende Komplexität angesprochen. Wo liegt die Ursache?

B. N. Bauer: Stoßdämpfer sind Hightech-Teile. Ihr Innenleben ist genauestens auf das Fahrzeug angepasst. Doch dass sie viele Stöße aushalten, bedeutet nicht, dass sie jeden Montagefehler verzeihen. So wird das Thema Anzugsdrehmomente nach wie vor oft unterschätzt – dabei kann ein falsches Anzugsdrehmoment den Dämpfer beschädigen. Deshalb ist es eines der Anliegen unserer Schulungen, die Zusammenhänge und Funktionsweisen für jedermann verständlich zu erklären.

FREIE WERKSTATT: Eine abschließende Frage: KYB hat eine Werkstatt-App entwickelt. Wozu das?

A. Schmidt: Die App hilft der Werkstatt bei der Kommunikation mit dem Kunden, wenn Servicearbeiten am Fahrwerk erforderlich sind. Durch ein neues Update kann man nun direkt aus der App unseren technischen Service anrufen. Wir arbeiten derzeit an weiteren interessanten Funktionen, die in Kürze verfügbar sein werden. Mein Rat an Werkstattmitarbeiter lautet deshalb: Einfach mal ausprobieren, schließlich ist die App kostenlos.

rrem
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