Vorsicht bei zugesandten Bewertungsurkunden

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Und wieder macht sich eine neue Geschäftsmasche auf den Weg in die Autowerkstätten.

Seit Anfang des Jahres freuen sich Autowerkstätten über Post eines angeblichen Bewertungsinstituts aus Norddeutschland. Neben einem freundlich formulierten Anschreiben wird eine Urkunde überreicht, die den Betrieb als einen von Deutschlands TOP Autowerkstätten auszeichnet. Die Urkunde darf, so der Versender, gerne öffentlich verwendet werden, sofern auf ein Nutzungsangebot mit regelmäßigen Kosten eingegangen wird.

Der Empfänger fühlt sich umgehend geschmeichelt und heißt die Urkunde als längst überfällige Anerkennung seiner Arbeit hoch willkommen. Indes bedarf es aber keiner sonderlich ausgeprägten Skepsis, um zu ahnen, dass derartige Urkunden massenhaft versendet werden dürften.

In aller Regel verfährt die Werkstatt so, dass die Urkunde irgendwo abgelegt wird, womit die Sache sein bewenden findet. Allerdings kommt es mitunter vor, dass sich der Empfänger derart über seinen neuen Status als TOP Werkstatt freut, dass die Urkunde öffentlich, sei es auch in sozialen Netzen oder auf der Website gepostet wird. Und hier fängt das Ungemach an.

Der Absender verfolgt den angeschriebenen Betrieb minutiös und lässt seiner eigentlichen Beschäftigung freien Lauf, sobald er die Veröffentlichung entdeckt. Er fordert Schadenersatz in fünfstelliger Höhe, bezeichnenderweise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer und lässt abmahnen.

Es stellt sich also die Frage, ob diese Forderung berechtigt ist und wie der Betrieb richtigerweise darauf reagieren sollte.

Lassen Sie sich nicht verunsichern

Es ist mehr als fraglich, auf welche Rechtsgrundlage der Versender seinen Schadenersatzanspruch stützen will, zumal kein Vertrag zustande gekommen ist. Hinzu kommt, dass auf Schadenersatz nun wirklich keine Umsatzsteuer anfällt. Man darf mit Fug und Recht davon ausgehen, dass seriöse Bewertungsinstitute anders agieren.

Ob Sie nun doch einen Nutzungsvertrag abschließen, ist Geschmacksache und unterliegt der wirtschaftlichen Betrachtung der Kosten im Verhältnis zum erbewert innerhalb Ihrer Zielgruppe.

Entscheiden Sie sich dagegen, raten wir von einer Verwendung der Urkunde ab.
Im Ernstfall stehen Ihnen unsere Rechtsanwälte bundesweit zur Seite.

Kanzlei Voigt
Rechtsanwalts GmbH
Niederlassung Bremen
Am Kaffee-Quartier 3
28217 Bremen
Telefon: (0421) 89774250
Telefax: (0421) 89774251
E-Mail: bremen@kanzlei-voigt.de

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